VPRO Backlight – Dokus mit Tiefgang

31.08.2010 Kommentare: 0

VPRO ist eine mir bisher unbekannte öffentlich-rechtliche Rundfunkgesellschaft aus den Niederlanden, dessen Programm mit dem von Arte verglichen wird. Auf den Sender und die Sendereihe VPRO Backlight (Wikipedia) wurde ich durch ein Posting von Peter Glaser aufmerksam. Der Titel: “Quants. The Alchemists of Wall Street“. Das Thema: Was war die Rolle von Mathematikern mit ihren Rechen-Modellen bei der Finanzkrise? Sind Nerds und nicht Banker die wahren Schuldigen?

Wenn die auf der Webseite des Senders gelisteten Dokus die Qualität der Doku hier entsprechen, hab ich eine Goldgrube für mich aufgetan. Spannend klingen:

“Vielen Dank, aber nein. Wir sind nicht die Richtigen für Sie.”

11.08.2010 Kommentare: 0

Wie schön es sein könnte. Es bedarf nicht vieler Worte, die könnten dann aber umso ehrlicher und aufrichtiger sein.

“Vielen Dank für Ihr Interesse, aber nein. Wir sind nicht interessiert. Und wenn Sie ehrlich zu sich sind, sehen Sie, dass wir nicht die Richtigen für Sie sind. Derzeit haben wir unsere Neugeschäftsaktivitäten anderweitig fokussiert.”

Worum es mir geht? Um den sich wiederholenden Prozess des Neugeschäfts in der Agenturlandschaft, gerade mit Blick auf die Social Media-Sphäre. Der Anfang ist meist gleich: Ein Etat wird aufgrund neuer Produkte/Kampagnen ausgeschrieben oder man ist mit der derzeitigen Agentur nicht mehr zufrieden. Äußerst legitim. Es sichert Umsatz und auch meine Anstellung.

Nur beginnt hier ein Problem. Die nächsten Schritte sind häufig eingefahren: Es bleiben ca. zwei Wochen bis zur Abgabe des Konzepts. Welches idealerweise die neuen Medienlandschaften in Betracht ziehen sollte und Zielgruppen entsprechend einbindet. Dialoge initiiert, authentisch kommuniziert, etc. Jede Agentur dürfte hier eigene Wege gefunden haben, ein Konzept zu erarbeiten. Was sie eint sind die grundlegenden Recherchen, in der analogen und digitalen Medienlandschaft.

Und wo genau ist da jetzt das Problem? In der Herausforderung, innerhalb kürzester Zeit fundierte Aussagen über den digitalen Raum, dessen Einstellungen zur Marke, mögliche kulturelle Eigenschaften und Insights für die eigene Kampagne herauszufinden. Also gilt es, möglichst viele Daten zu Insights zu verdichten. Der digitale Raum mag sich zwar schnell bewegen, aber seien wir ehrlich: Hätten wir nicht ein besseres Gefühl, genau diese Materie schon über mehrere Monate verfolgt zu haben? Und wäre für mich als Unternehmen eine Agentur nicht viel interessanter, die an mich herantritt und sagt:

“Guten Tag. Wir beobachten seit geraumer Zeit Ihr Unternehmen mit großem Interesse. Unser  Monitoring, Analyse und Begeisterung für das Thema haben uns gezeigt, dass Sie in Ihrer digitalen Kommunikation in den Bereichen XY und YZ noch großes Potential haben. Gleichzeitig sind wir uns sicher,  Sie in Ihrem Bestreben, über klassische Medien Ihre Zielgruppen zu erreichen, ebenso helfen zu können. Wir haben da ein paar Ideen vorbereitet…”

Verlange ich da zu viel und könnten Agenturen mit so einer Denke gleich zumachen?

Ein Beispiel für Storytelling

07.08.2010 Kommentare: 0

Eine Geschichte erzählen. Simpel, clever, mitreißend. Das leistet hier für Johnnie Walker der schottische Schauspieler John Carlisle, die Idee stammt von BBH London. 6:27 Minuten in einem Take aus dem Jahr 2009.

“Hello PR agencies. How are you? Fantastic. Does your campaign look like mine?”

15.07.2010 Kommentare: 0

“I’m on a horse” & “Silver fish hand catch”. Das passte bis vor kurzem nicht zu meinen Kindheitserinnerungen, in denen mein Vater Old Spice benutzte. Die beiden Sprüche dürften aber bald zum festen Sprachgebrauch online werden – wer nix damit anfangen kann, hat eine der besseren Kampagnen der letzten Jahre verpasst.

Die Arbeit von Wieden + Kennedy erhält (zu Recht) viel Lob. Durch PRNewser bin ich auf die Frage aufmerksam geworden, warum nicht PR-Agenturen auf so etwas gekommen sind. Schließlich sei PR ja der Werbung bei Social Media klar überlegen – so die Aussagen aus der PR-Branche. Auf den ersten Blick eine berechtigte Frage. Ein bisschen Häme ist auch dabei, anstatt über “Social Media Press Releases” oder Blogger-Pitches” zu predigen, sollte einfach kreativ gearbeitet werden. Stimme ich auch zu.

Hierbei wird aber manchmal vergessen, wieviele gefloppte Versuche von Werbe/Kreativ-Agenturen auf dem digitalen Friedhof von YouTube vor sich vegetieren – sei die Idee noch so gut. Vergleichbar erfolgreiche Impulse hab ich in letzter Zeit nur bei Projekten wie Pepsi refresh oder dem Fiesta Movement wahrgenommen. Und die waren PR-getrieben. Denn damit so eine Kampagne erfolgreich durchstarten kann, bedarf es immer noch sehr häufig PR initiierter Kommunikation.

Wenn aber in einigen Jahren das PR-Social Media-Portfolio mit Dialogführung mit Fürsprechern, Communities, Gewinnspielen auf Fanpages and what not zur Commodity wird und Werbe/Kreativ-Agenturen in dem gleichen Tempo dazulernen, haben die kreativsten Ideen die besten Chancen. Und da wird es spannend zu sehen, wer die Nase vorn hat.

Design

15.06.2010 Kommentare: 0

Update: Leider wurden die beiden Videos bei Vimeo gelöscht. Anscheinend war die BBC doch nicht involviert und dementsprechend eher unglücklich über den Upload. Schade.

Die ersten 5 Minuten hab ich gesehen. Dann musste ich die Pause-Taste klicken und es hier bloggen – es ist zu gut. Die BBC-Serie “Design” verspricht einiges und konnte es bisher halten. Die ersten beiden Folgen gibt es nun bei Vimeo. Der Guardian schreibt beispielsweise:

The programme tells the story of this 20th-century art form from its beginnings in the industrial revolution to its more volatile status in the modern age. The material is textbook stuff: Bauhaus and a dogmatic Swiss bloke called Le Corbusier, Braun and a “young idealist” called Dieter Rams, Charles and Ray Eames, right up to Apple and personalised computing. It treads where you would expect; and fair enough. But what really lifts it beyond the ordinary is the writing, which has a wonderful feel for the contradictions of design history.

The Genius of Design ep1 from Genius of Design 1 on Vimeo.

The Genius of Design ep2 from Genius of Design 1 on Vimeo.

via better taste than sorry

Ein paar Bits von Mark Ronson

22.05.2010 Kommentare: 0

8bits für ein neues Album. “Circuit Breaker” lief schon einige Male bei Mark Ronsons Radioshow “Authentic Shit” bei East Village Radio, nun hab ich endlich eine Version davon online gefunden. Die Vorfreude auf das neue Album “Record Collection” ist schon arg groß.

Für Feedreader: Das Video gibt’s bei Stereogum. YouTube-Video gefunden.

Hypnotic Brass Ensemble – Funky Horns

17.05.2010 Kommentare: 0

Diese Jungs haben definitiv Soul, Funk und Jazz im Blut. Ein Nachweis? Das ziemlich geniales Cover vom eh schon grandiosen Outkast Song “SpottieOttieDopaliscious”:
Spottie – Heritage EP Exclusive Download by ChoiceCuts

Hypnotic Brass Ensemble ist eine achtköpfige Bläsergruppe aus Chicago. Ihr Vater, Phil Cohran, spielte lange Zeit Trompete beim Jazzkomponisten Sun Ra. Anfangs noch eine reine Straßenband in Subway-Stationen und auf der Straße, haben sie nun ein weiteres Album aufgenommen: Heritage.

Ein interessantes Interview und Coverage von einem Live-Gig gibt es von Choice Cuts:

ChoiceCuts presents Hypnotic Brass Ensemble from Loughlin McSweeney on Vimeo.

via TTL Estoy con Estupido

What I’ve been up to lately…

01.05.2010 Kommentare: 0

Telefon

Telefonate ohne Ende. Journalisten einladen. Telefonstimme ausbilden. Zweitägiges Event vorbereiten. Pressemitteilungen schreiben. Orga-Kram. Das war ein Großteil meiner letzten Wochen. Wochen, in denen die Arbeit viel eingenommen hat, wenig nebenher möglich war. Nicht nur digital, sondern auch analog. Die Motivation, nach der Arbeit noch etwas zu starten, beispielsweise Sport: sehr gering. Die Frühjahrsmüdigkeit tat ihr übriges. Der Tag besteht so größtenteils aus arbeiten ohne “störende Einflüsse” wie Twitter, RSS und Networks. Wäre ich nicht auf der re:publica gewesen, ich wäre wieder 1.0 gewesen. Die paar tausend ungelesenen Feeds warten darauf gelesen bzw. als gelesen markiert zu werden. In letzter Zeit merk ich, dass ich nur die Ordner bei Google Reader anschaue, die weniger als 10 ungelesene Artikel beinhalten. Wobei diese Angewohnheit zunehmend schwierig wird durchzuhalten.

Am 6. und 7. Mai wird die Arbeit dann im Event münden. Ich hoffe es wird ein Erfolg. Allein wegen der Anstrengungen, die es kostete. Nicht dass der falsche Eindruck entsteht, das Thema ist superspannend. Ob der Fokus danach wieder mehr auf Digitales geht? Ich hoffe es, allein damit hier wieder mehr passiert. Und ja, dieser Artikel ist definitiv selbstreferentiell.

Foto: Superbomba unter CC nc-by-sa

Musik aus alten Tagen

05.04.2010 Kommentare: 0

“reggae music crawls into your blood-stream like some vampyre amoeba from the psychic rapids of Upper Niger consciousness”

Schon die ersten Worte von Roger Steffens hören sich nach Abenteuer an. Was der Musikliebhaber aus Los Angeles über die Jahrzehnte an Reggae-Musik gesammelt hat, spricht für sich selbst. Wer solch vollgestopfte Räume mit Tapes, Vinyl, Zeitungsberichten, Fotos und weiteren Unikaten sein Eigen nennt, dürfte über heutige mp3-Kollektionen nur müde lächeln…

Roger Steffens’ Reggae Archives from Babylon Falling on Vimeo.

Digitale Ent(h/f)altung

26.03.2010 Kommentare: 0

Ist das eigentlich noch normal? Jeden Monat gibt es neue digitale Krisen, deren Nachhall durch Blogs und Tweets klingt. Substantiell? Vielleicht eher selbstreferentiell. Es erscheint mir, als geht es um Rankings und Meinungsführerschaft. Es ist sicherlich das Recht jedes Einzelnen, sich auf seine Weise selber zu entfalten – es besteht nun mal kein Lesezwang und überhaupt: jedem Tierchen sein Pläsierchen. Was ich aber auf der anderen Seite immer mehr zu schätzen lerne, ist das Gegenteil: Enthaltung.

Das mag vielleicht am Naturell eines Norddeutschen liegen, ich bin ein großer Anhänger von Understatement. Was gibt es ehrlicheres als die Fähigkeit, nicht gleich mit der Tür ins Haus zu fallen und andere erst nach einiger Zeit zu überraschen (vielleicht dafür sogar nachhaltiger?). Viele würden jetzt sagen, dass PR diesem diametral gegenübersteht. Sie mögen vielleicht Recht haben, dazu bin ich noch nicht lange genug dabei. Aber warum muss es immer das offensichtliche sein, das direkte Aufspringen auf Krisen, Fehltritte und Skandälchen um die eigene Meinung in den Vordergrund zu stellen? Sicherlich ist das eine Möglichkeit auf sich aufmerksam zu machen und auch legitim, aber dann doch bitte mit etwas mehr Geist und Substanz.

Der Ablauf: man liest die ersten Meldungen von neuen Worst Cases, heißen Diskussion oder digitaler “corporate #fails”. Es dauert eine zweistellige Anzahl von Retweets und die ersten Postings stehen. Wie sind da Einblicke in das Innenleben einer Krise möglich? Die vehement eingeforderte langfristige Ausrichtung von Social Media findet hier keine Anwendung, es geht offensichtlich schlicht um Geschwindigkeit. Bezeichnend die Dominanz von all den #fails, wo sind die positiven Cases dieser Welt, die in der Tiefe analysiert werden? Und nein, hier reichen keine vier Screenshots von 140-Zeichen-Meldungen aus. Hier klaffen Anspruch und Wahrheit viel zu oft auseinander. Und das ist gerade bei dem ganzen Gerangel um die vorderen Plätze so enttäuschend, weil Potential und Entwicklungschancen verspielt werden. Anstatt sich zu entfalten, stagniert die Entwicklung von Social Media im Agentur-Umfeld.

Ich ertappe mich dabei, wie ich dem gleichgültiger gegenüber werde und ich meine privaten Interessen in andere Bereiche des Webs verlagere, die mit Kreativität und Witz überzeugen. Oder schlicht in anderen Länder-Regionen stattfinden. Und ich merke, wie ich die Enthaltung und gleichzeitig breiteren Interessenshorizont anderer (die in der gleichen Branche arbeiten) immer mehr schätzen lerne. Ohne Namen zu nennen, danke dafür!