



10.12.2011 Kommentare: 0
In den nächsten Wochen wird noch genug los sein, deshalb jetzt schon ein stenografischer Rückblick auf’s Jahr:
12.05.2011 Kommentare: 0
PR ist Spin, hintertückisch und schlecht. Es gibt nur die eine PR und das ist die gerade eben beschriebene. Egal ob Marketing- oder Werbeagentur, bei schlechter News ist es eine PR-Agentur. Diese Verallgemeinerungen haben mich in den letzten Monaten immer wieder gestört. Gleichzeitig stelle ich mir auch die Frage, in welcher Branche ich eigentlich arbeite. Meine Branche soll nicht die sein, die gerade zu Recht als hinterlistig und manipulierend beschrieben wird. Die Geschichte rund um die amerikanische Netzwerkagentur Burson Marsteller, dem anfangs verheimlichten Kunden Facebook und dem Kampagnenziel Google tut der ganzen Branche keinen Gefallen.
Nur als Disclosure, ich arbeite bei Weber Shandwick in einer international tätigen PR-Netzwerkagentur. Um zu einem finalen Urteil zu dieser Geschichte zu kommen, fehlen mir viele wichtige Informationen. Ich kann nicht beurteilen, ob Facebook mit der klaren Intention an BM herangetreten ist, das Auftragsverhältnis zu verheimlichen.
Was ich aber für zentral halte ist die Einstellung der Agentur, des Beraters, der PR-Branche. So lange wir nicht nein sagen können, haben wir nichts dazu gelernt. So lange wir nicht lernen, auch bei einem wichtigen Kunden unsere Grundsätze einzuhalten, bleibt PR fragwürdig. Was in der Ausbildung ein immens wichtiger Bestandteil ist (bzw. sein sollte), sollte sich nahtlos im Berufsleben fortführen. Die Fähigkeit auch nein sagen zu können ist zu wichtig.
Von wem kann ein junger Volontär, eine junge Beraterin lernen, sich dem Kunden nicht willenlos unterzuordnen? Doch nur durch seniorige Mitglieder in der Agentur oder die Geschäftsführung, die es vorlebt und nicht nur wirtschaftliche Kriterien als Maßstab nimmt. Gerade hier erschüttert mich die Geschichte rund um Burson Marsteller und Facebook, da die genannten Personen langjährige Erfahrung haben. Ich hab das Gefühl, die Branche diskutiert und lebt diese Einstellung zu wenig vor. Der Kunde ist König, keine Frage. Aber erwartet nicht gerade der intelligente Kunde einen Berater, der einem schlechten Idee ausredet und bessere Szenarien entwirft?
03.05.2011 Kommentare: 0

Im Rahmen meiner Arbeit bei Weber Shandwick und natürlich auch meinem Besuch der rp11 haben wir bei uns im Agentur-Team ein kleines Paper zusammengestellt, von dem ich meinen Beitrag auch mal hier einstelle. Die kompletten Texte sind auch hier zu lesen.
Die Szene wirkte trist, die beteiligten Personen verloren. An den Unternehmensständen im Berliner Friedrichstadtpalast herrschte Tristesse. Marken im direkten Austausch mit den einflussreichen 3.000 Besuchern der re:publica, die zur deutschen Internet-Elite zählen – das war wohl der Wunsch.
Was dabei allerdings fehlte, war der Austausch zwischen den Anwesenden. Zu oft war der Besucherblick auf den eigenen Bildschirm gerichtet anstatt auf die Markenpräsentation. Nur wenige Besucher fanden den Weg zu den Ständen, nur selten kam es zum Nachhall im digitalen Raum. Das Resultat: eine verpasste Chance bei der Zielgruppe, die doch eigentlich als Startrampe für die breite Netzgemeinde dienen sollte.
Gilt also im fünften Jahr der re:publica immer noch, dass Marken sich bei der Kommunikation mit der Zielgruppe des Social Media-Events äußerst schwer tun?
Ein Beispiel, dass es doch klappt, war der Auftritt von Gunter Dueck, CTO von IBM. In seiner vielfach gelobten (und online wiederholten) Keynote traf er den Nerv der Besucher und sorgte somit auch gleichzeitig für einen Reputationsgewinn seines Arbeitgebers.
Ebenso geschickt verhielten sich die Verantwortlichen von Google und Netshelter. Sie initiierten beide mit Hilfe von etablierten Köpfen aus der Community (intern bzw. extern) exklusive Abendveranstaltungen. Der Mehrwert ergab sich hier beim direkten Austausch und Netzwerken, der Verfestigung der Online-Kontakte in der Offline-Welt. Beide Marken agierten als „Inline-Netzwerkknoten“ und schufen gleichzeitig soziale Verbindungen. Dass sie davon nur profitieren können, versteht sich von selbst.
Ähnliches Potential schlummert in den Aktivitäten, die vergleichbaren kommunikativen und „social“ Mehrwert bieten. So kämpfen die Veranstalter immer noch mit einer schnellen Video-Aufzeichnung aller Panels. Ebenso wollen unzählige Tweets, Blogpostings, Bilder und Checkins live visualisiert und auf einer Microsite gesammelt werden, um das Erlebte in einen Kontext zu bringen.
Um auf Veranstaltungen wie der re:publica sozialer im Sinne von „social“ zu sein, gibt es zahlreiche Gelegenheiten und kreative Lösungen. Wer allerdings heute noch versucht, via Promoter und Stand mit Influencern in Kontakt zu kommen, spielt online und offline in einer unterklassigen Liga.
Foto von Anja Pietsch/re:publica11 unter cc by 2.0
19.04.2011 Kommentare: 0
Wo fängt im Netz, konkreter bei Facebook, eigentlich Höflichkeit an und wo ist man einfach nur zu vorsichtig? Bei meiner Arbeit haben wir unter den Kollegen eine interne Gruppe gegründet. Anfangs diente sie nur dazu, die Funktionalitäten auszutesten, inzwischen werden ab und zu Fotos der einzelnen Standorte und Mitarbeiter gepostet. Da viele noch nicht die anderen Büros oder neue Mitarbeiter kennen, sicherlich ganz interessant.
Nachdem ich kürzlich ein Foto unseres Büros mit vier Kolleginnen hochgeladen hatte, kam die Nachfrage, wer die Personen seien. Im Kommentarfeld schrieb ich klassisch: “vnlr: XX, YZ, ZZ”. Darauf kam der Hinweis an mich, (den Digi) dass das doch auch anders gehe. Zum Hintergrund: mit zwei der Kolleginnnen war ich gerade 10 Minuten befreundet – ein taggen der Personen auf dem Foto unmittelbar danach erschien unhöflich. Sehe ich das zu eng? Ich denke nicht.
Gerade kürzlich ging bei Facebook wieder ein Spamlink rum, der die Freunde auch gleich noch auf Fotos taggte und zu Events einlud (Stichwort “Profilbesucher”). Ebenso sehe ich es als guten Ton an, meinen Freunden die Entscheidung zu überlassen, ob sie getaggt sind oder nicht. Schließlich würde ich auch nicht nach einem Kennenlernen sie am Tag darauf bitten, in ihr Poesiealbum schreiben zu dürfen. Ok, weniger gelungener Vergleich. Vielleicht besser: würde ich mich auch nicht gleich zu ihrer Party selber einladen. Oder seh ich das wie der Hausbesitzer einfach zu eng und ist das taggen (wie im Grafitti-Sinne) inzwischen Teil der Kultur?
29.03.2011 Kommentare: 0
Ich hab es lange nicht gewusst, aber vor kurzem wurde anscheinend eines der großen Rätsel der HipHop-Musik gelöst. Worum geht es? Um das Sampling. Schon früh bedienten sich Künstler wie die Sugarhill Gang kurzer Sequenzen anderer Lieder – in diesem Fall Chics “Good Times” – und verwendeten sie in ihren eigenen Liedern. Wer wie ich durch den Eastcoast HipHop der 90er audiophil geprägt wurde, erinnert sich an viele Sampling-Klassiker. Sei es der Wu-Tang Clan mit seinen völlig neuartigen Samples, DJ Premier mit Jazz-Samples oder Pete Rock mit immer wieder neuen Klangperlen. Auch wenn Sampling nicht unumstritten ist, die Hommages an Soul, Funk und Jazz haben mir diese Musikstile erst erschlossen.
Bei einem der populärsten und eingängigsten HipHop-Produktionen, Mobb Deeps “Shook Ones Part II” waren sich die Kenner lange unschlüssig, welches Sample verwendet wurde. Foreneinträge bei soulstrut.com und the-breaks.com liefern erst jetzt, 16 Jahre nach Veröffentlichung, eine Auflösung des Samples. Bei der Hartnäckigkeit der Sampling-Szene eine beachtliche Zeit. Bei dem Piano-Sample handelt es sich um Herbie Hancocks “Jessica” vom 1968 Album Fat Albert Rotunda. Das YouTube-Video spricht für sich. Gänsehaut.
via TTL ECE blog
22.02.2011 Kommentare: 0

Seit einiger Zeit ist es nicht mehr wie früher. Das, was es früher ausgemacht hat, ist weg. Ich bin nicht mehr heiß auf’s Spielen, das Training und den Wettkampf. Was früher für mich die ideale Möglichkeit war abzuschalten, sich stupide auf einen kleinen, sich rasend schnell nähernden Zelluloidball zu konzentrieren, anderes auszublenden, ist heute etwas Gleichgültigem gewichen.
In der Nachbetrachtung ist es mehr als schade, dass ich es nicht mehr schaffe, den täglichen Streß mit diesem Ausgleich hinter mir zu lassen, wie es mir früher immer gelungen ist. Wie trennt man sich von so etwas, was mehr als 18 Jahre ein fester Bestandteil und Routine einer Person war? Unzählige Stunden Systemtraining, Beinarbeitsübungen, Lehrgänge, Kaderübungen, Turniere, Punktspiele, Frischklebungen, Siege und Niederlagen.
Ein Jahr Abstand und Pause sollten eigentlich helfen. Nun habe ich es wieder versucht, für die aktuelle Saison. Leider fühle ich die Gleichgültigkeit nur verstärkt. Vielleicht hilft ein Neuanfang zu gegebener Zeit in anderer Umgebung, die Leere beim Spiel zu vertreiben. So macht’s aber kein Sinn. So verdrehen sich mehr als 18 Jahre in die Eindrücke der letzten zwei Jahre. Zwei Jahre, in denen es nicht mehr ist, was es eigentlich sein sollte: Spaß, Ausgleich und einfach nur spielen.
Foto von Songkran unter CC byncsa20