Social Media Monitoring & Google Reader

13.10.2009 Kommentare: 0

Wenn es darum geht, sich als für ein Unternehmen ein Bild über die Gespräche im Social Web zu machen, reicht meiner Ansicht nach oftmals eine einfache Variante – die völlig kostenlos und relativ simpel ist. Mächtiges Tool ist hier der Google Reader.

Natürlich gibt es zahlreiche kommerzielle Angebote für das sogenannte Social Media Monitoring. Darunter sind bekannte amerikanische Angebote wie Nielsen Buzz Metrics, Radian6 und Cision. Bei meiner Arbeit arbeite ich seit längerem mit Radian6, mit dem recht gute Erfahrungen gemacht habe (dazu vielleicht mehr in einem anderen Posting). Entscheidend dürfte wohl der Umfang der Gespräche und Skalierbarkeit bei der Entscheidung sein. Die von mir vorgestellte (keineswegs neue) Methode setzt auf schlichte Handarbeit – die natürlich ab einem gewissen Grad seine Grenzen findet. Doch der Reihe nach.

DIE SUCHBEGRIFFE
1.Imminent für ein effektives Monitoring sind die richtigen Suchbegriffe. Um die Unmengen an potentiellen Treffer besser zu filtern, gilt es, passende und richtige Suchbegriffe zu finden. Steht der Unternehmensname, Produkte, Themengebiete, Mitbewerber oder Namen im Vordergrund? Oder eine Kombination? Hier hilft häufig nur einfaches Ausprobieren und spätere Feinjustierung.

Erst über einen längeren Zeitraum sehe ich, was für konstante Ergebnisse ich mit meinen Suchbegriffen bekomme. Genauso kann es sein, dass die eigenen Suchbegriffe nicht mit den Begriffen übereinstimmen, die im Social Web benutzt werden. Ich nehme jetzt mal ganz uneigennützig den Namen meines Arbeitgebers: Weber Shandwick.

Das Prinzip, das ich jetzt durchexerziere, lässt sich natürlich auch auf Mitbewerber, Themenstichworte, Produkte und Namen anwenden.

WO SOLL ICH SUCHEN?
2.Erste Antwort: Grundsätzlich überall da, wo es es möglich ist. Also: Blogs, Mainstream Online Media, Twitter, YouTube, delicious, etc.  Ähnlich wie bei der Feinjustierung der Suchbegriffe stellt sich nach einiger Zeit Monitoring heraus, wo es Sinn macht und wo nicht. Zentral bei jedem Portal, jeder Seite, Netzwerk oder Suchmaschine sind zwei Sachen: eine konfigurierbare Suche und die Ausgabe der Suchergebnisse als RSS-Feed.

RSS ÜBER ALLE SEITEN
3.Die Mehrheit aller Suchmaschinen, Portale und Services bietet die komfortable Möglichkeit, einzelne Suchaufträge per RSS zu abonnieren. So zum Beispiel die Google Blog Suche, die jedoch nach meinen Erfahrungen nicht die einzige originäre Blogsuche beim Monitoring sein sollte. Da nun nach dem Begriff Weber Shandwick im deutschsprachigen Raum gesucht werden soll, würde eine Suche etwa so aussehen: um nach dem exakten Begriff zu suchen, den Suchbegriff in Anführungszeichen, Suche auf deutsch begrenzen – zugegeben keine Raketenforschung.

Google Blogsearch

Google Blogsearch

Das gleiche Prinzip lässt sich bei Bing (generelle Websuche), Google News, Icerocket Search (mein neuer Favorit), Technorati (lassen immer mehr nach), Boardtracker und auch YouTube und delicious anwenden. Auf jeder Seite wird die Ausgabe der Suchergebnisse als RSS angeboten, teilweise als Link (bei Google Blogsearch in der linken Leiste), teilweise kann der RSS-Feed auch beim Firefox-Browser über die Adressleiste aufgerufen werden.

Ein kleines Problem gibt es noch bei Icerocket Search, bei dem es mir nicht gelungen ist, über den Link den RSS-Feed mit der vorher getroffenen Ländereinstellung angezeigt zu bekommen. Dies scheint ein Bug zu sein. Der kann aber einfach in der Browser-Adressleiste durch die Zugabe von „&rss=1“ umgegangen werden.

Schwierigkeiten hatte ich bisher bei Suchbegriffen, die zu allgemein sind um gute Ergebnisse zu liefern. Hier gibt es zwar die Möglichkeit, die auszuschließenden Begriffe herauszufiltern, dies ist aber oft mühsame Handarbeit. Das Ausschließen kann meistens über das entsprechende Feld oder einfach durch Eingabe nach dem Suchbegriff mit „-Begriff“ geschehen (Beispiel wäre „Weber Shandwick“ -Pressemitteilung). Wie auch schon vorher erwähnt, hängt die Qualität der Treffer meist vom Feintuning ab, das oft die meiste Zeit in Anspruch nimmt.

GOOGLE READER – RSS-FEEDS VERWALTEN
4.Um nun die ganzen Suchergebnisse, die mir von den Suchseiten im RSS- bzw. Atom-Format ausgegeben werden, sinnvoll zu verwalten, bedarf es eines RSS-Readers. Aufgrund einiger Funktionen, auf die ich noch später eingehen werde, verwende ich den Google Reader. Eine generelle Einleitung in den Google Feedreader gibt es hier. Der von mir verwendete Browser Firefox ermöglicht mir direkt nach Ausgabe den Feed zu abonnieren. Um bei späterer Aufnahme von weiteren Suchen nach Themen, Mitbewerbern oder Personen den Überblick zu behalten, sollten die einzelnen Feeds unbedingt einem Ordner zugewiesen werden. Diese Ordner werden in der linken Leiste alphabetisch sortiert angezeigt – ich sortiere mir die Ordner mit dem Zusatz „01_Ordnername“.

Ordnerstruktur Google Reader

Ordnerstruktur im Google Reader

ERGEBNISSE MIT DEM GOOGLE READER TEILEN
5.Seit einiger Zeit gibt es beim Google Reader die Möglichkeit, einzelne Artikel zu empfehlen, mit Schlagwörtern zu taggen und anderen Accounts freizugeben. Das erlaubt mir folgende Schritte:

  1. Im Google Reader laufen alle Treffer aus den einzelnen Suchen an,
  2. die durch das Empfehlen weiter gefiltert werden
  3. die ich dann wiederum Dritten (dem Unternehmen, dem Team) über deren Google Reader Accounts oder meine öffentliche Empfehlungsseite öffne.

Der Übersichtlichkeit halber sollte hier auch beim Empfehlen dem Treffer ein Tag zugefügt werden.

Getaggte Empfehlungen

Filterung mit Taggen im Google Reader

Somit sind nun alle Suchergebnisse im Google Reader in meiner Ordnerstruktur abgelegt und die ausgewählten Treffer über die zugewiesenen Tags filterbar (Screenshot Getaggte Empfehlungen).

Wichtig zu beachten: die Freigabeeinstellungen des Google Readers sind defaultmäßig so eingestellt, dass die Empfehlungen öffentlich einzusehen sind. Wenn dies nicht gewünscht ist, müssen die Freigabeeinstellungen von „öffentlich“ auf „geschützt“ gesetzt werden. Damit können dann nur von mir freigeschaltete Google-Kontakte über ihren Reader Account meine Empfehlungen einsehen.

FAZIT
6.Wenn man nicht auf kostenpflichtige Angebote zurückgreifen möchte kann der Einsatz des Google Readers eine Alternative sein. Die Nachteile liegen klar in dem relativen großen Arbeitsaufwand beim Selektieren. Ebenso bieten die professionellen Monitoring-Tools erste Reporting-Statistiken (meistgenannte Begriffe, Vergleiche von Keywords, Verläufe, etc) an, die hier so nicht machbar sind. Was ich aber beim ersten Schritt des Monitoring viel wichtiger empfinde, lässt sich mit „ein Gefühl für die Gespräche im Social Web bekommen“ umschreiben. Verfolgt man das Monitoring mit dem Google Reader über einen etwas längeren Zeitraum, ist genau das relativ einfach und kostenlos möglich.

Was mich interessiert: Was gibt es für weitere kostenlose Methoden? Womit habt ihr gute Erfahrungen gemacht? Hat bspw. jemand schon mal die Blogposting-Funktion von delicious mit einem Monitoring verbunden?

Lesebefehl

08.10.2009 Kommentare: 0

Eigentlich wollte ich auch schon seit einiger Zeit etwas über Posterous schreiben. Weil das gerade wie Schmitz‘ Katze abgehen soll. Aber da es Christian Jakubetz einfach besser macht und Twitter, Facebook und Digi-Land elegant mit einschließt, ist das ein absoluter Lesebefehl.

Das Elend begann am Samstag und es begann bei Twitter.

Irgendjemand hatte einen Tweet abgesetzt, dass er jetzt auch bei posterous.com zu finden sei. Auf 140 Zeichen passt ja nicht so rasend viel, aber man konnte zwischen den Zeichen den digitalen Imperativ mitlesen: Wenn du nicht auch bei Posterous  bist, bist  du wahrscheinlich bald ein digitaler Niemand.

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