Digitale Ent(h/f)altung

26.03.2010 Kommentare: 0

Ist das eigentlich noch normal? Jeden Monat gibt es neue digitale Krisen, deren Nachhall durch Blogs und Tweets klingt. Substantiell? Vielleicht eher selbstreferentiell. Es erscheint mir, als geht es um Rankings und Meinungsführerschaft. Es ist sicherlich das Recht jedes Einzelnen, sich auf seine Weise selber zu entfalten – es besteht nun mal kein Lesezwang und überhaupt: jedem Tierchen sein Pläsierchen. Was ich aber auf der anderen Seite immer mehr zu schätzen lerne, ist das Gegenteil: Enthaltung.

Das mag vielleicht am Naturell eines Norddeutschen liegen, ich bin ein großer Anhänger von Understatement. Was gibt es ehrlicheres als die Fähigkeit, nicht gleich mit der Tür ins Haus zu fallen und andere erst nach einiger Zeit zu überraschen (vielleicht dafür sogar nachhaltiger?). Viele würden jetzt sagen, dass PR diesem diametral gegenübersteht. Sie mögen vielleicht Recht haben, dazu bin ich noch nicht lange genug dabei. Aber warum muss es immer das offensichtliche sein, das direkte Aufspringen auf Krisen, Fehltritte und Skandälchen um die eigene Meinung in den Vordergrund zu stellen? Sicherlich ist das eine Möglichkeit auf sich aufmerksam zu machen und auch legitim, aber dann doch bitte mit etwas mehr Geist und Substanz.

Der Ablauf: man liest die ersten Meldungen von neuen Worst Cases, heißen Diskussion oder digitaler „corporate #fails“. Es dauert eine zweistellige Anzahl von Retweets und die ersten Postings stehen. Wie sind da Einblicke in das Innenleben einer Krise möglich? Die vehement eingeforderte langfristige Ausrichtung von Social Media findet hier keine Anwendung, es geht offensichtlich schlicht um Geschwindigkeit. Bezeichnend die Dominanz von all den #fails, wo sind die positiven Cases dieser Welt, die in der Tiefe analysiert werden? Und nein, hier reichen keine vier Screenshots von 140-Zeichen-Meldungen aus. Hier klaffen Anspruch und Wahrheit viel zu oft auseinander. Und das ist gerade bei dem ganzen Gerangel um die vorderen Plätze so enttäuschend, weil Potential und Entwicklungschancen verspielt werden. Anstatt sich zu entfalten, stagniert die Entwicklung von Social Media im Agentur-Umfeld.

Ich ertappe mich dabei, wie ich dem gleichgültiger gegenüber werde und ich meine privaten Interessen in andere Bereiche des Webs verlagere, die mit Kreativität und Witz überzeugen. Oder schlicht in anderen Länder-Regionen stattfinden. Und ich merke, wie ich die Enthaltung und gleichzeitig breiteren Interessenshorizont anderer (die in der gleichen Branche arbeiten) immer mehr schätzen lerne. Ohne Namen zu nennen, danke dafür!

Here is Tijuana

20.03.2010 Kommentare: 0

Als Hommage an den Bildband Here is Tijuana“ von Fiamma Montezemolo, René Peralta uand Heriberto Yepez ein Video aus Tijuana, Stadt zwischen zwei Welten. Produziert von Les Bernstien and René Peralta, Musik des großartigen Herb Alpert & the Tijuana Brass.

(via Glaserei)

Musik für graue Tage

16.03.2010 Kommentare: 1

grey_sky

Inzwischen ist die Band The xx ja in aller Munde, gerade auch nach ihren ersten Auftritten hier in Deutschland. Das erste Mal, dass ich von ihnen gehört habe, war in einer Radioshow vom East Village Radio – in der Tat schon etwas her das Ganze.

Da sich nun das Münchner Wetter seit einiger Zeit eher bescheiden entwickelt und die Tage sich eher grau geben, ist Stimmungsmusik für mich das A und O. Ideal passend, wenn auch schon etwas älter: ein Mix von Bandmitglied Jamie für das Musikmagazin Fact. Der Mix beinhaltet Lieder von The xx selber, aber auch Cocorosie und Sticky & Ms Dynamite. Das mp3 gibt es auf der Fact-Seite leider nicht mehr – anstatt einen Deeplink auf einen Download zu setzen (aus diversen Gründen) die Alternative: ich bin mir sicher, dass diese Google-Suche einige Downloadlinks anzeigt. Auf den baldigen Frühling! Und solange bleibt es melancholisch.

Bild von photos8.com unter CC by2.0

Wo bin ich

Du browst gerade das Archiv von März, 2010 auf smartondemand.