Die Verführung des Liegenbleibens

30.11.2010 Kommentare: 2

Morgen ist es wieder soweit. Sicherer als das Amen in der Kirche oder sicherer als dass Wham mit Last Christmas ein Monster erschaffen haben. Morgen früh wird es wieder passieren: ich bleib einfach liegen. Ich will gar nicht mehr die Versuche zählen, die guten Vorsätze, mit der ich mir den Wecker stelle. 6:00 Uhr sieht abends als eine angemessene Uhrzeit aus, mit der man mit mehr Zeit, sprich Ruhe, in den Tag kommen kann. Man könnte ja auch mal eine Runde an der Isar laufen. Hat ja früher beim Studium auch geklappt.

Was dann aber schon irgendwie mitschwingt, ist die Erkenntnis, dass es den Morgen zuvor auch nicht geklappt hat. Ferngesteuert geht die Hand zum Handy und stellt den Wecker eine Stunde weiter. Eine Stunde später wird beim zweiten Weckerklingeln im Halbschlaf berechnet, wie weit man das Aufstehen noch herausschieben kann – bis zu dem Zeitpunkt, dass man weiß, dass es nun Zeit wäre, also spätestens etwas nach 8 Uhr.

Aber warum kann man dem Körper nicht vorschwindeln, dass dieser kritische Zeitpunkt des Aufstehen-Müssens zwei Stunden früher wäre? Ist es der verstohlene Blick aus dem Fenster, der leichte Tropfen, Wind oder gar Schnee denkt ausmachen zu können? Der Fuß, der aus der Decke hervorlugte und relativ (sieges)sicher die gefühlte Kälte als Argument anbringt? Oder wäre es erfolgsversprechender, den Wecker im Wohnzimmer zu platzieren? Vollständig erklären kann ich es mir nicht – das Ritual wird weiter vollzogen, routiniert seit Monaten schon. Ob ein Ausbruch möglich ist? Wir sprechen uns morgen – mit großer Wahrscheinlichkeit nach acht Uhr.

Streetart im Underground – The Underbelly Project

04.11.2010 Kommentare: 0

Es gibt Geschichten, bei denen weiß man schon nach den ersten Zeilen, dass sie zu gut sind, nicht darüber zu bloggen. Auch wenn andere schon darüber geschrieben haben. Das New Yorker Streetart-Projekt „The Underbelly Project“ ist so etwas.

Circa 2009 soll hier das bisher geheimgehaltene Projekt gestartet worden sein und zwar nicht in irgendeiner Location, sondern in einer anscheinend bisher unentdeckten Subway-Station. Sprichwörtlich ungenutzt, vier Stockwerke unter der Erde. Künstlern wurde der Zutritt für eine Nacht gewährt, am Ende der Aktion wurde der Zugang wieder entfernt. Die Geschichte, Ort und Aktivtitäten in der Subway-Station blieb unter wenigen Eingeweihten, bis die New York Times dort hingeführt wurde und einen Artikel dazu brachte. Anbei ein paar Bilder aus dem Blog von Luna.

Many thanks to Luna for the pics!

via Berlin based Streetart

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