Ich möchte Sie zum Beitritt in mein berufliches Netzwerk…argh…wtf?

24.10.2011 Kommentare: 0

Ich verstehe es echt nicht. Gab es nicht mal einen Grundkonsens, dass Social Media etwas mit Gesprächen, Austausch und doch irgendwie mit Nähe zu tun hat? Ich bin fast schon verzweifelt, fassungslos und irgendwie resigniert, wenn ich ab und zu von Linkedin Mails bekomme. Der Grund: seitdem Linkedin sich auch in Deutschland einigermaßen etabliert hat, nimmt die Anzahl der Kontaktanfragen doch zu. Und immer häufiger gibt es folgende Anrede:

Ich möchte Sie zum Beitritt in mein berufliches Netzwerk auf LinkedIn einladen.

Ein Musterbeispiel für eine Ansprache, die Nähe und gute Vorstellung wiederspiegelt. Das Traurige daran: Immer häufiger kommen diese Standard-Anfragen von Leuten, die ich a) überhaupt nicht kenne und b) (noch schlimmer) auch noch irgendwie was mit Social Media machen. Sollte man nicht gerade dort ein Gefühl dafür entwickelt haben, dass es mit ein paar persönlichen Worten wesentlich einfacher fällt, mit anderen Leuten im digitalen Raum in Kontakt zu kommen?

Ich muss dazu hinzufügen, dass mein internationales Netzwerk bisher aufgrund meiner Arbeit eher deutsch orientiert ist und die meisten internationalen Kontakte aus meiner Agentur stammen. Ich verspüre nicht den Zwang, ein möglichst breites Netzwerk und Anzahl von Kontakten internationaler Güte vorweisen zu können. Vielleicht liegt der Grund für solche Anfragen darin, dass es inzwischen doch irgendwie chic in der Beraterbranche geworden ist, ein großes Netzwerk vorzuweisen und da grast man halt alles ab. Das ist ja auch legitim, aber kann man sich nicht die Mühe machen, einen kurzen Grund mit hinzuzufügen? Ob sich mit diesen Standard-Texten Linkedin einen Gefallen tut, wag ich übrigens auch bezweifeln.

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