Facebook Timeline für Unternehmen

01.03.2012 Kommentare: 0

Erst wenn die letzte Fanpage umgestellt, das letzte Gründungsdatum von 1781 in der Timeline steht, die erste Geschmackssorte von Zongo Limone erwähnt ist , werdet ihr merken, dass im Social Web Konversationen erst von Menschen, dann lange von niemandem und dann irgendwann von Marken geführt wurden. Und Scrollen durch ca 200 Updates pro Jahr nicht so cool ist.

Ich möchte Sie zum Beitritt in mein berufliches Netzwerk…argh…wtf?

24.10.2011 Kommentare: 0

Ich verstehe es echt nicht. Gab es nicht mal einen Grundkonsens, dass Social Media etwas mit Gesprächen, Austausch und doch irgendwie mit Nähe zu tun hat? Ich bin fast schon verzweifelt, fassungslos und irgendwie resigniert, wenn ich ab und zu von Linkedin Mails bekomme. Der Grund: seitdem Linkedin sich auch in Deutschland einigermaßen etabliert hat, nimmt die Anzahl der Kontaktanfragen doch zu. Und immer häufiger gibt es folgende Anrede:

Ich möchte Sie zum Beitritt in mein berufliches Netzwerk auf LinkedIn einladen.

Ein Musterbeispiel für eine Ansprache, die Nähe und gute Vorstellung wiederspiegelt. Das Traurige daran: Immer häufiger kommen diese Standard-Anfragen von Leuten, die ich a) überhaupt nicht kenne und b) (noch schlimmer) auch noch irgendwie was mit Social Media machen. Sollte man nicht gerade dort ein Gefühl dafür entwickelt haben, dass es mit ein paar persönlichen Worten wesentlich einfacher fällt, mit anderen Leuten im digitalen Raum in Kontakt zu kommen?

Ich muss dazu hinzufügen, dass mein internationales Netzwerk bisher aufgrund meiner Arbeit eher deutsch orientiert ist und die meisten internationalen Kontakte aus meiner Agentur stammen. Ich verspüre nicht den Zwang, ein möglichst breites Netzwerk und Anzahl von Kontakten internationaler Güte vorweisen zu können. Vielleicht liegt der Grund für solche Anfragen darin, dass es inzwischen doch irgendwie chic in der Beraterbranche geworden ist, ein großes Netzwerk vorzuweisen und da grast man halt alles ab. Das ist ja auch legitim, aber kann man sich nicht die Mühe machen, einen kurzen Grund mit hinzuzufügen? Ob sich mit diesen Standard-Texten Linkedin einen Gefallen tut, wag ich übrigens auch bezweifeln.

No means no oder doch nicht?

12.05.2011 Kommentare: 0

PR ist Spin, hintertückisch und schlecht. Es gibt nur die eine PR und das ist die gerade eben beschriebene. Egal ob Marketing- oder Werbeagentur, bei schlechter News ist es eine PR-Agentur. Diese Verallgemeinerungen haben mich in den letzten Monaten immer wieder gestört. Gleichzeitig stelle ich mir auch die Frage, in welcher Branche ich eigentlich arbeite. Meine Branche soll nicht die sein, die gerade zu Recht als hinterlistig und manipulierend beschrieben wird. Die Geschichte rund um die amerikanische Netzwerkagentur Burson Marsteller, dem anfangs verheimlichten Kunden Facebook und dem Kampagnenziel Google tut der ganzen Branche keinen Gefallen.

Nur als Disclosure, ich arbeite bei Weber Shandwick in einer international tätigen PR-Netzwerkagentur. Um zu einem finalen Urteil zu dieser Geschichte zu kommen, fehlen mir viele wichtige Informationen. Ich kann nicht beurteilen, ob Facebook mit der klaren Intention an BM herangetreten ist, das Auftragsverhältnis zu verheimlichen.

Was ich aber für zentral halte ist die Einstellung der Agentur, des Beraters, der PR-Branche. So lange wir nicht nein sagen können, haben wir nichts dazu gelernt. So lange wir nicht lernen, auch bei einem wichtigen Kunden unsere Grundsätze einzuhalten, bleibt PR fragwürdig. Was in der Ausbildung ein immens wichtiger Bestandteil ist (bzw. sein sollte), sollte sich nahtlos im Berufsleben fortführen. Die Fähigkeit auch nein sagen zu können ist zu wichtig.

Von wem kann ein junger Volontär, eine junge Beraterin lernen, sich dem Kunden nicht willenlos unterzuordnen? Doch nur durch seniorige Mitglieder in der Agentur oder die Geschäftsführung, die es vorlebt und nicht nur wirtschaftliche Kriterien als Maßstab nimmt. Gerade hier erschüttert mich die Geschichte rund um Burson Marsteller und Facebook, da die genannten Personen langjährige Erfahrung haben. Ich hab das Gefühl, die Branche diskutiert und lebt diese Einstellung zu wenig vor. Der Kunde ist König, keine Frage. Aber erwartet nicht gerade der intelligente Kunde einen Berater, der einem schlechten Idee ausredet und bessere Szenarien entwirft?

Das Treiben der Promoter – wie Marken auf der re:publica agierten

03.05.2011 Kommentare: 0

Im Rahmen meiner Arbeit bei Weber Shandwick und natürlich auch meinem Besuch der rp11 haben wir bei uns im Agentur-Team ein kleines Paper zusammengestellt, von dem ich meinen Beitrag auch mal hier einstelle. Die kompletten Texte sind auch hier zu lesen.

Die Szene wirkte trist, die beteiligten Personen verloren. An den Unternehmensständen im Berliner Friedrichstadtpalast herrschte Tristesse. Marken im direkten Austausch mit den einflussreichen 3.000 Besuchern der re:publica, die zur deutschen Internet-Elite zählen – das war wohl der Wunsch.

Was dabei allerdings fehlte, war der Austausch zwischen den Anwesenden. Zu oft war der Besucherblick auf den eigenen Bildschirm gerichtet anstatt auf die Markenpräsentation. Nur wenige Besucher fanden den Weg zu den Ständen, nur selten kam es zum Nachhall im digitalen Raum. Das Resultat: eine verpasste Chance bei der Zielgruppe, die doch eigentlich als Startrampe für die breite Netzgemeinde dienen sollte.

Gilt also im fünften Jahr der re:publica immer noch, dass Marken sich bei der Kommunikation mit der Zielgruppe des Social Media-Events äußerst schwer tun?

Ein Beispiel, dass es doch klappt, war der Auftritt von Gunter Dueck, CTO von IBM. In seiner vielfach gelobten (und online wiederholten) Keynote traf er den Nerv der Besucher und sorgte somit auch gleichzeitig für einen Reputationsgewinn seines Arbeitgebers.

Ebenso geschickt verhielten sich die Verantwortlichen von Google und Netshelter. Sie initiierten beide mit Hilfe von etablierten Köpfen aus der Community (intern bzw. extern) exklusive Abendveranstaltungen. Der Mehrwert ergab sich hier beim direkten Austausch und Netzwerken, der Verfestigung der Online-Kontakte in der Offline-Welt. Beide Marken agierten als „Inline-Netzwerkknoten“ und schufen gleichzeitig soziale Verbindungen. Dass sie davon nur profitieren können, versteht sich von selbst.

Ähnliches Potential schlummert in den Aktivitäten, die vergleichbaren kommunikativen und „social“ Mehrwert bieten. So kämpfen die Veranstalter immer noch mit einer schnellen Video-Aufzeichnung aller Panels. Ebenso wollen unzählige Tweets, Blogpostings, Bilder und Checkins live visualisiert und auf einer Microsite gesammelt werden, um das Erlebte in einen Kontext zu bringen.

Um auf Veranstaltungen wie der re:publica sozialer im Sinne von „social“ zu sein, gibt es zahlreiche Gelegenheiten und kreative Lösungen. Wer allerdings heute noch versucht, via Promoter und Stand mit Influencern in Kontakt zu kommen, spielt online und offline in einer unterklassigen Liga.

Foto von Anja Pietsch/re:publica11 unter cc by 2.0

„Vielen Dank, aber nein. Wir sind nicht die Richtigen für Sie.“

11.08.2010 Kommentare: 0

Wie schön es sein könnte. Es bedarf nicht vieler Worte, die könnten dann aber umso ehrlicher und aufrichtiger sein.

„Vielen Dank für Ihr Interesse, aber nein. Wir sind nicht interessiert. Und wenn Sie ehrlich zu sich sind, sehen Sie, dass wir nicht die Richtigen für Sie sind. Derzeit haben wir unsere Neugeschäftsaktivitäten anderweitig fokussiert.“

Worum es mir geht? Um den sich wiederholenden Prozess des Neugeschäfts in der Agenturlandschaft, gerade mit Blick auf die Social Media-Sphäre. Der Anfang ist meist gleich: Ein Etat wird aufgrund neuer Produkte/Kampagnen ausgeschrieben oder man ist mit der derzeitigen Agentur nicht mehr zufrieden. Äußerst legitim. Es sichert Umsatz und auch meine Anstellung.

Nur beginnt hier ein Problem. Die nächsten Schritte sind häufig eingefahren: Es bleiben ca. zwei Wochen bis zur Abgabe des Konzepts. Welches idealerweise die neuen Medienlandschaften in Betracht ziehen sollte und Zielgruppen entsprechend einbindet. Dialoge initiiert, authentisch kommuniziert, etc. Jede Agentur dürfte hier eigene Wege gefunden haben, ein Konzept zu erarbeiten. Was sie eint sind die grundlegenden Recherchen, in der analogen und digitalen Medienlandschaft.

Und wo genau ist da jetzt das Problem? In der Herausforderung, innerhalb kürzester Zeit fundierte Aussagen über den digitalen Raum, dessen Einstellungen zur Marke, mögliche kulturelle Eigenschaften und Insights für die eigene Kampagne herauszufinden. Also gilt es, möglichst viele Daten zu Insights zu verdichten. Der digitale Raum mag sich zwar schnell bewegen, aber seien wir ehrlich: Hätten wir nicht ein besseres Gefühl, genau diese Materie schon über mehrere Monate verfolgt zu haben? Und wäre für mich als Unternehmen eine Agentur nicht viel interessanter, die an mich herantritt und sagt:

„Guten Tag. Wir beobachten seit geraumer Zeit Ihr Unternehmen mit großem Interesse. Unser  Monitoring, Analyse und Begeisterung für das Thema haben uns gezeigt, dass Sie in Ihrer digitalen Kommunikation in den Bereichen XY und YZ noch großes Potential haben. Gleichzeitig sind wir uns sicher,  Sie in Ihrem Bestreben, über klassische Medien Ihre Zielgruppen zu erreichen, ebenso helfen zu können. Wir haben da ein paar Ideen vorbereitet…“

Verlange ich da zu viel und könnten Agenturen mit so einer Denke gleich zumachen?

„Hello PR agencies. How are you? Fantastic. Does your campaign look like mine?“

15.07.2010 Kommentare: 0

„I’m on a horse“ & „Silver fish hand catch“. Das passte bis vor kurzem nicht zu meinen Kindheitserinnerungen, in denen mein Vater Old Spice benutzte. Die beiden Sprüche dürften aber bald zum festen Sprachgebrauch online werden – wer nix damit anfangen kann, hat eine der besseren Kampagnen der letzten Jahre verpasst.

Die Arbeit von Wieden + Kennedy erhält (zu Recht) viel Lob. Durch PRNewser bin ich auf die Frage aufmerksam geworden, warum nicht PR-Agenturen auf so etwas gekommen sind. Schließlich sei PR ja der Werbung bei Social Media klar überlegen – so die Aussagen aus der PR-Branche. Auf den ersten Blick eine berechtigte Frage. Ein bisschen Häme ist auch dabei, anstatt über „Social Media Press Releases“ oder Blogger-Pitches“ zu predigen, sollte einfach kreativ gearbeitet werden. Stimme ich auch zu.

Hierbei wird aber manchmal vergessen, wieviele gefloppte Versuche von Werbe/Kreativ-Agenturen auf dem digitalen Friedhof von YouTube vor sich vegetieren – sei die Idee noch so gut. Vergleichbar erfolgreiche Impulse hab ich in letzter Zeit nur bei Projekten wie Pepsi refresh oder dem Fiesta Movement wahrgenommen. Und die waren PR-getrieben. Denn damit so eine Kampagne erfolgreich durchstarten kann, bedarf es immer noch sehr häufig PR initiierter Kommunikation.

Wenn aber in einigen Jahren das PR-Social Media-Portfolio mit Dialogführung mit Fürsprechern, Communities, Gewinnspielen auf Fanpages and what not zur Commodity wird und Werbe/Kreativ-Agenturen in dem gleichen Tempo dazulernen, haben die kreativsten Ideen die besten Chancen. Und da wird es spannend zu sehen, wer die Nase vorn hat.

Digitale Ent(h/f)altung

26.03.2010 Kommentare: 0

Ist das eigentlich noch normal? Jeden Monat gibt es neue digitale Krisen, deren Nachhall durch Blogs und Tweets klingt. Substantiell? Vielleicht eher selbstreferentiell. Es erscheint mir, als geht es um Rankings und Meinungsführerschaft. Es ist sicherlich das Recht jedes Einzelnen, sich auf seine Weise selber zu entfalten – es besteht nun mal kein Lesezwang und überhaupt: jedem Tierchen sein Pläsierchen. Was ich aber auf der anderen Seite immer mehr zu schätzen lerne, ist das Gegenteil: Enthaltung.

Das mag vielleicht am Naturell eines Norddeutschen liegen, ich bin ein großer Anhänger von Understatement. Was gibt es ehrlicheres als die Fähigkeit, nicht gleich mit der Tür ins Haus zu fallen und andere erst nach einiger Zeit zu überraschen (vielleicht dafür sogar nachhaltiger?). Viele würden jetzt sagen, dass PR diesem diametral gegenübersteht. Sie mögen vielleicht Recht haben, dazu bin ich noch nicht lange genug dabei. Aber warum muss es immer das offensichtliche sein, das direkte Aufspringen auf Krisen, Fehltritte und Skandälchen um die eigene Meinung in den Vordergrund zu stellen? Sicherlich ist das eine Möglichkeit auf sich aufmerksam zu machen und auch legitim, aber dann doch bitte mit etwas mehr Geist und Substanz.

Der Ablauf: man liest die ersten Meldungen von neuen Worst Cases, heißen Diskussion oder digitaler „corporate #fails“. Es dauert eine zweistellige Anzahl von Retweets und die ersten Postings stehen. Wie sind da Einblicke in das Innenleben einer Krise möglich? Die vehement eingeforderte langfristige Ausrichtung von Social Media findet hier keine Anwendung, es geht offensichtlich schlicht um Geschwindigkeit. Bezeichnend die Dominanz von all den #fails, wo sind die positiven Cases dieser Welt, die in der Tiefe analysiert werden? Und nein, hier reichen keine vier Screenshots von 140-Zeichen-Meldungen aus. Hier klaffen Anspruch und Wahrheit viel zu oft auseinander. Und das ist gerade bei dem ganzen Gerangel um die vorderen Plätze so enttäuschend, weil Potential und Entwicklungschancen verspielt werden. Anstatt sich zu entfalten, stagniert die Entwicklung von Social Media im Agentur-Umfeld.

Ich ertappe mich dabei, wie ich dem gleichgültiger gegenüber werde und ich meine privaten Interessen in andere Bereiche des Webs verlagere, die mit Kreativität und Witz überzeugen. Oder schlicht in anderen Länder-Regionen stattfinden. Und ich merke, wie ich die Enthaltung und gleichzeitig breiteren Interessenshorizont anderer (die in der gleichen Branche arbeiten) immer mehr schätzen lerne. Ohne Namen zu nennen, danke dafür!

Social Media Monitoring & Google Reader

13.10.2009 Kommentare: 0

Wenn es darum geht, sich als für ein Unternehmen ein Bild über die Gespräche im Social Web zu machen, reicht meiner Ansicht nach oftmals eine einfache Variante – die völlig kostenlos und relativ simpel ist. Mächtiges Tool ist hier der Google Reader.

Natürlich gibt es zahlreiche kommerzielle Angebote für das sogenannte Social Media Monitoring. Darunter sind bekannte amerikanische Angebote wie Nielsen Buzz Metrics, Radian6 und Cision. Bei meiner Arbeit arbeite ich seit längerem mit Radian6, mit dem recht gute Erfahrungen gemacht habe (dazu vielleicht mehr in einem anderen Posting). Entscheidend dürfte wohl der Umfang der Gespräche und Skalierbarkeit bei der Entscheidung sein. Die von mir vorgestellte (keineswegs neue) Methode setzt auf schlichte Handarbeit – die natürlich ab einem gewissen Grad seine Grenzen findet. Doch der Reihe nach.

DIE SUCHBEGRIFFE
1.Imminent für ein effektives Monitoring sind die richtigen Suchbegriffe. Um die Unmengen an potentiellen Treffer besser zu filtern, gilt es, passende und richtige Suchbegriffe zu finden. Steht der Unternehmensname, Produkte, Themengebiete, Mitbewerber oder Namen im Vordergrund? Oder eine Kombination? Hier hilft häufig nur einfaches Ausprobieren und spätere Feinjustierung.

Erst über einen längeren Zeitraum sehe ich, was für konstante Ergebnisse ich mit meinen Suchbegriffen bekomme. Genauso kann es sein, dass die eigenen Suchbegriffe nicht mit den Begriffen übereinstimmen, die im Social Web benutzt werden. Ich nehme jetzt mal ganz uneigennützig den Namen meines Arbeitgebers: Weber Shandwick.

Das Prinzip, das ich jetzt durchexerziere, lässt sich natürlich auch auf Mitbewerber, Themenstichworte, Produkte und Namen anwenden.

WO SOLL ICH SUCHEN?
2.Erste Antwort: Grundsätzlich überall da, wo es es möglich ist. Also: Blogs, Mainstream Online Media, Twitter, YouTube, delicious, etc.  Ähnlich wie bei der Feinjustierung der Suchbegriffe stellt sich nach einiger Zeit Monitoring heraus, wo es Sinn macht und wo nicht. Zentral bei jedem Portal, jeder Seite, Netzwerk oder Suchmaschine sind zwei Sachen: eine konfigurierbare Suche und die Ausgabe der Suchergebnisse als RSS-Feed.

RSS ÜBER ALLE SEITEN
3.Die Mehrheit aller Suchmaschinen, Portale und Services bietet die komfortable Möglichkeit, einzelne Suchaufträge per RSS zu abonnieren. So zum Beispiel die Google Blog Suche, die jedoch nach meinen Erfahrungen nicht die einzige originäre Blogsuche beim Monitoring sein sollte. Da nun nach dem Begriff Weber Shandwick im deutschsprachigen Raum gesucht werden soll, würde eine Suche etwa so aussehen: um nach dem exakten Begriff zu suchen, den Suchbegriff in Anführungszeichen, Suche auf deutsch begrenzen – zugegeben keine Raketenforschung.

Google Blogsearch

Google Blogsearch

Das gleiche Prinzip lässt sich bei Bing (generelle Websuche), Google News, Icerocket Search (mein neuer Favorit), Technorati (lassen immer mehr nach), Boardtracker und auch YouTube und delicious anwenden. Auf jeder Seite wird die Ausgabe der Suchergebnisse als RSS angeboten, teilweise als Link (bei Google Blogsearch in der linken Leiste), teilweise kann der RSS-Feed auch beim Firefox-Browser über die Adressleiste aufgerufen werden.

Ein kleines Problem gibt es noch bei Icerocket Search, bei dem es mir nicht gelungen ist, über den Link den RSS-Feed mit der vorher getroffenen Ländereinstellung angezeigt zu bekommen. Dies scheint ein Bug zu sein. Der kann aber einfach in der Browser-Adressleiste durch die Zugabe von „&rss=1“ umgegangen werden.

Schwierigkeiten hatte ich bisher bei Suchbegriffen, die zu allgemein sind um gute Ergebnisse zu liefern. Hier gibt es zwar die Möglichkeit, die auszuschließenden Begriffe herauszufiltern, dies ist aber oft mühsame Handarbeit. Das Ausschließen kann meistens über das entsprechende Feld oder einfach durch Eingabe nach dem Suchbegriff mit „-Begriff“ geschehen (Beispiel wäre „Weber Shandwick“ -Pressemitteilung). Wie auch schon vorher erwähnt, hängt die Qualität der Treffer meist vom Feintuning ab, das oft die meiste Zeit in Anspruch nimmt.

GOOGLE READER – RSS-FEEDS VERWALTEN
4.Um nun die ganzen Suchergebnisse, die mir von den Suchseiten im RSS- bzw. Atom-Format ausgegeben werden, sinnvoll zu verwalten, bedarf es eines RSS-Readers. Aufgrund einiger Funktionen, auf die ich noch später eingehen werde, verwende ich den Google Reader. Eine generelle Einleitung in den Google Feedreader gibt es hier. Der von mir verwendete Browser Firefox ermöglicht mir direkt nach Ausgabe den Feed zu abonnieren. Um bei späterer Aufnahme von weiteren Suchen nach Themen, Mitbewerbern oder Personen den Überblick zu behalten, sollten die einzelnen Feeds unbedingt einem Ordner zugewiesen werden. Diese Ordner werden in der linken Leiste alphabetisch sortiert angezeigt – ich sortiere mir die Ordner mit dem Zusatz „01_Ordnername“.

Ordnerstruktur Google Reader

Ordnerstruktur im Google Reader

ERGEBNISSE MIT DEM GOOGLE READER TEILEN
5.Seit einiger Zeit gibt es beim Google Reader die Möglichkeit, einzelne Artikel zu empfehlen, mit Schlagwörtern zu taggen und anderen Accounts freizugeben. Das erlaubt mir folgende Schritte:

  1. Im Google Reader laufen alle Treffer aus den einzelnen Suchen an,
  2. die durch das Empfehlen weiter gefiltert werden
  3. die ich dann wiederum Dritten (dem Unternehmen, dem Team) über deren Google Reader Accounts oder meine öffentliche Empfehlungsseite öffne.

Der Übersichtlichkeit halber sollte hier auch beim Empfehlen dem Treffer ein Tag zugefügt werden.

Getaggte Empfehlungen

Filterung mit Taggen im Google Reader

Somit sind nun alle Suchergebnisse im Google Reader in meiner Ordnerstruktur abgelegt und die ausgewählten Treffer über die zugewiesenen Tags filterbar (Screenshot Getaggte Empfehlungen).

Wichtig zu beachten: die Freigabeeinstellungen des Google Readers sind defaultmäßig so eingestellt, dass die Empfehlungen öffentlich einzusehen sind. Wenn dies nicht gewünscht ist, müssen die Freigabeeinstellungen von „öffentlich“ auf „geschützt“ gesetzt werden. Damit können dann nur von mir freigeschaltete Google-Kontakte über ihren Reader Account meine Empfehlungen einsehen.

FAZIT
6.Wenn man nicht auf kostenpflichtige Angebote zurückgreifen möchte kann der Einsatz des Google Readers eine Alternative sein. Die Nachteile liegen klar in dem relativen großen Arbeitsaufwand beim Selektieren. Ebenso bieten die professionellen Monitoring-Tools erste Reporting-Statistiken (meistgenannte Begriffe, Vergleiche von Keywords, Verläufe, etc) an, die hier so nicht machbar sind. Was ich aber beim ersten Schritt des Monitoring viel wichtiger empfinde, lässt sich mit „ein Gefühl für die Gespräche im Social Web bekommen“ umschreiben. Verfolgt man das Monitoring mit dem Google Reader über einen etwas längeren Zeitraum, ist genau das relativ einfach und kostenlos möglich.

Was mich interessiert: Was gibt es für weitere kostenlose Methoden? Womit habt ihr gute Erfahrungen gemacht? Hat bspw. jemand schon mal die Blogposting-Funktion von delicious mit einem Monitoring verbunden?

Was #jako gezeigt hat

07.09.2009 Kommentare: 4

Zu den eigentlichen Geschehnissen rund um Trainer Baade und Jako möchte ich eigentlich nicht viel sagen, die Geschichte wurde von vielen Blogs von allen möglichen Seiten beleuchtet. Auch von vielen Blogs aus der PR-Branche, immer mit dem Hinweis eines worst practices.

Was ich dabei aber immer noch nicht verstehe und hinterfrage ist die immer wieder getroffene Aussage (hier und hier als Beispiel), bei dem Fußballblog von Frank Baade handele es sich um einen unbekannten Blog, der ähnlich wie Jako vorher keine Bedeutung im Social Web hatte.

Es geht mir hier nicht um Besserwisserei, aber das sind Aussagen, die sich einreihen in die Zitate anderer Blogger (dokumentiert hier) – sie sind schlicht falsch. Zwar mag es sinnvoll sein, die Nennungen der beiden Beteiligten per Social Media Monitoring zu messen, danach dann aber zu so einer Aussage („Schön zu sehen, dass sowohl Baade (grün) als auch Jako (blau) vor dem Vorfall keinerlei Bedeutung in den Social Media hatten.“) zu kommen, verstehe ich nicht. Es sei denn, einziger Indikator für die Bedeutung eines Blogs sind Page Impressions und Inbound Links. Das bezweifele ich aber.

Was könnte ein weiterer Indikator für die Bedeutung von Trainer Baade sein? Ich kenne die Einflußfaktoren des Cision-Rankings der Top 10 Sportblogs nicht, aber ich nehme mal an, dass das Ranking aus einem Index mit Inbound-Links, Frequenz und Länge der Postings/Kommentare, Hits für Keywords sowie Google Page Rank/Technorati Authority zusammengesetzt wird. Trainer Baade jedenfalls landet da auf Platz 7.

Vielleicht ein weiteres Indiz könnte die Anzahl anderer Fußball-Blogger sein, die den Blog von Trainer Baade lesen bzw. persönlich kennen. Alle hier aufzulisten, finde ich nicht so sinnvoll, also bleiben wir bei dem Cision-Ranking:  Von mehr als der Hälfte kann ich sagen, dass sie bereits vorher Frank Baade kannten (mehr dazu im Disclosure weiter unten).

Schon seit einiger Zeit haben mehrere Fußball-Blogger nach Initiative von Probek ein eigenes mixxt-Netzwerk aufgebaut. Auch hier kenne ich die Inhalte nicht, gehe aber davon aus, dass die Abmahnung dort ausführlich diskutiert wurde (etwas ähnliches steht hier) – bevor Kai Pahl den Stein ins Rollen brachte.

Wenn also hervorgehoben wird, dass die Causa Baade-Jako ein zukünftiges Lehrbeispiel für Negativ-PR sein wird, dann stimmt das zwar, aber die Rolle der Blogosphäre ist falsch bewertet. Es stimmt zwar, dass die Geschichte durch die Berichte größerer Blogs an Dynamik gewonnen hat, für das wichtige Grundrauschen hat aber die solidarische Fußball-Blogosphäre per Blogpostings und Twitter gesorgt.

Das Beispiel von Trainer Baade und seine angebliche Unbekanntheit zeigt schön, dass sich unter der Reihe der dominierenden Blogs viele kleine eigene Blogosphären entwickelt haben, die stark vernetzt sein können. Und weiterhin von großen Teilen mißachtet werden oder unbekannt sind. Das ist keine Aufforderungen zur Zwangsaufnahme in den RSS-Reader. Aber wenn Statements über das Verhältnis zwischen Unternehmen und Blogosphäre gemacht werden, dann sollte die Rolle der beteiligten Gruppen richtig eingeschätz werden.

Disclosure: Im Rahmen meiner Arbeit hatte ich im März 2009 für Microsoft und der Deutschen Telekom 25 Fußball-Blogger zu einem Blogger-Event nach München eingeladen. Unter den Teilnehmern waren auch Frank Baade, Kai Pahl und die Autoren der oben erwähnten Blogs breitnigge.de, dugehstniemalsallein.de und soccerwarriors.de (fritten, fußball & bier).

Barney Frank – erstaunlich direkt für einen Politiker

20.08.2009 Kommentare: 0

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