Las Vegas

12.01.2011 Kommentare: 4

Ich packe meine Sachen…

01.01.2011 Kommentare: 1

Nächsten Montag flieg ich für eine Woche für die Arbeit nach Las Vegas. Die CES ruft. Ich hab mir jetzt gerade mal mein Handgepäck zusammengesucht – das sollte doch eigentlich reichen, oder? Ziemlich viel Elektronik-Krams – was mir noch fehlt, ist was gutes zum Lesen…

Wikileaks: wann werden endlich meine Depeschen veröffentlicht?!

12.12.2010 Kommentare: 1

Nachdem Wikileaks jetzt Ende November die Depeschen amerikanischer Botschaften veröffentlicht hat, ist die Aufregung groß. Da wurden Geheimnisse veröffentlicht, Botschafter ließen sich zynisch und herablassend über Politiker und Länder aus – welch ein Skandal! Der Spiegel machte mit prominenten Politikern auf, jeder hat sein Fett abbekommen. Leider aber der falsche Aufmacher.

Warum? Dafür muss ich etwas ausholen. Vom April bis Juli 2006 hatte ich das große Glück, ein Praktikum in der Deutschen Botschaft in Panama absolvieren zu können. In der eher überschaubaren Botschaft bekam man gute Einblicke in die konsularische und politische Arbeit des Hauses. Der Spagat zwischen der Betreuung deutscher Gefängnisinsassen und diplomatischen Empfängen war groß. Was ich aber hervorheben möchte: wenn wir Lageberichte und Einschätzungen schrieben, gab es folgende Quellen: Gespräche, Erfahrungen und immer wieder gerne: die Medien des Landes.

Hier lassen sich Praktikanten (ohne diese bzw. mich abwerten zu wollen) und andere Botschaftsmitarbeiter bei ihren Einschätzungen von der Presse leiten, der Botschafter setzt sein Kürzel darunter, das Ganze geht ans AA. Irgendwo schon ein Sack Reis umgefallen? Und weiter gefragt: wenn es so im deutschen Auswärtigen Dienst abläuft, warum sollten nicht auch die Amerikaner das wiederkauen, was beispielsweise in der deutschen Presse über Westerwelle abgelästert wird? Viel interessanter wird es doch erst, wenn wirkliche Probleme aus Krisenregionen thematisiert werden. Nur damit hat der Spiegel nicht aufgemacht. Da hätten sie meine Lageberichte zur Reform der Sozialversicherung und Gewerkschaftsstreiks gleich mitveröffentlichen können – die Brisanz ist ähnlich gering.

Die Verführung des Liegenbleibens

30.11.2010 Kommentare: 2

Morgen ist es wieder soweit. Sicherer als das Amen in der Kirche oder sicherer als dass Wham mit Last Christmas ein Monster erschaffen haben. Morgen früh wird es wieder passieren: ich bleib einfach liegen. Ich will gar nicht mehr die Versuche zählen, die guten Vorsätze, mit der ich mir den Wecker stelle. 6:00 Uhr sieht abends als eine angemessene Uhrzeit aus, mit der man mit mehr Zeit, sprich Ruhe, in den Tag kommen kann. Man könnte ja auch mal eine Runde an der Isar laufen. Hat ja früher beim Studium auch geklappt.

Was dann aber schon irgendwie mitschwingt, ist die Erkenntnis, dass es den Morgen zuvor auch nicht geklappt hat. Ferngesteuert geht die Hand zum Handy und stellt den Wecker eine Stunde weiter. Eine Stunde später wird beim zweiten Weckerklingeln im Halbschlaf berechnet, wie weit man das Aufstehen noch herausschieben kann – bis zu dem Zeitpunkt, dass man weiß, dass es nun Zeit wäre, also spätestens etwas nach 8 Uhr.

Aber warum kann man dem Körper nicht vorschwindeln, dass dieser kritische Zeitpunkt des Aufstehen-Müssens zwei Stunden früher wäre? Ist es der verstohlene Blick aus dem Fenster, der leichte Tropfen, Wind oder gar Schnee denkt ausmachen zu können? Der Fuß, der aus der Decke hervorlugte und relativ (sieges)sicher die gefühlte Kälte als Argument anbringt? Oder wäre es erfolgsversprechender, den Wecker im Wohnzimmer zu platzieren? Vollständig erklären kann ich es mir nicht – das Ritual wird weiter vollzogen, routiniert seit Monaten schon. Ob ein Ausbruch möglich ist? Wir sprechen uns morgen – mit großer Wahrscheinlichkeit nach acht Uhr.

Streetart im Underground – The Underbelly Project

04.11.2010 Kommentare: 0

Es gibt Geschichten, bei denen weiß man schon nach den ersten Zeilen, dass sie zu gut sind, nicht darüber zu bloggen. Auch wenn andere schon darüber geschrieben haben. Das New Yorker Streetart-Projekt “The Underbelly Project” ist so etwas.

Circa 2009 soll hier das bisher geheimgehaltene Projekt gestartet worden sein und zwar nicht in irgendeiner Location, sondern in einer anscheinend bisher unentdeckten Subway-Station. Sprichwörtlich ungenutzt, vier Stockwerke unter der Erde. Künstlern wurde der Zutritt für eine Nacht gewährt, am Ende der Aktion wurde der Zugang wieder entfernt. Die Geschichte, Ort und Aktivtitäten in der Subway-Station blieb unter wenigen Eingeweihten, bis die New York Times dort hingeführt wurde und einen Artikel dazu brachte. Anbei ein paar Bilder aus dem Blog von Luna.

Many thanks to Luna for the pics!

via Berlin based Streetart

Aloe Blacc im Puerto Giesing

17.10.2010 Kommentare: 0

Nach dem Konzert von Aloe Blacc am 6.10. im Puerto Giesing hatte ich mir fest vorgenommen, darüber was zu schreiben. Und jetzt komm ich endlich dazu. Aloe Blacc und seine Band “The Grand Scheme” spielten auf und ich war begeistert. Ich hatte mir von dem, was ich bisher gehört hatte, schon einiges für das Konzert erwartet, aber es war besser. Eine derbe Live-Stimme und Soul ohne Ende. Um selber ein Gefühl dafür zu bekommen, lohnt sich eine Suche bei YouTube oder der erste Teil seines Features bei La Blogotheque. Die Version von “I Need a Dollar” ist ziemlich cool.

Aloe Blacc | I Need A Dollar | A Take Away Show – Part 1 from La Blogotheque on Vimeo.

La Blogotheque via testspiel.de

CEO-Fotoportraits oder die Rache des blauen Fotohintergrunds

22.09.2010 Kommentare: 0

Ich hab ja wenig Ahnung von Fotografie. Aber das folgende Phänomen kann ich mir nur so erklären: Es war einmal ein Fotograf aus der Frühzeit, der irgendwie auf die Idee gekommen ist, dass Portraitfotos besonders gut mit blau-gesprenkelten Musselinstoff zur Geltung kommen. Geblendet vom Glanz des leicht wolkig-blauen Hintergrundes wollten immer mehr Menschen solch ein Portrait. Das Ganze entwickelte sich zum Trend, den ich heute nur noch als den mißlungenen Feng Shui-Versuch deuten kann. Der Musselinstoff als schwarzes Loch für alle Häßlichkeit der Welt sozusagen. Oder anders ausgedrückt die Stilsicherheit der 80er Jahre – im negativen Sinne.

CC by-nc-sa 2.0 by megpi

Aber der blaue Fotohintergrund lebte weiter. Vor allem in den USA. Wahrscheinlich nicht nur in unzähligen Jahrbüchern, Hochzeits- und Festivitätenalben – auch bei Portraits von CEOs. Ob dies die Bodenhaftigkeit der Konzernlenker repräsentieren soll? Einer aus dem Volk? Einig im besonderen Geschmack der Hintergrundwahl? Warum diese Bilder heute noch gemacht werden, ist mir ein Rätsel. Eine kleine Auswahl:

VPRO Backlight – Dokus mit Tiefgang

31.08.2010 Kommentare: 0

VPRO ist eine mir bisher unbekannte öffentlich-rechtliche Rundfunkgesellschaft aus den Niederlanden, dessen Programm mit dem von Arte verglichen wird. Auf den Sender und die Sendereihe VPRO Backlight (Wikipedia) wurde ich durch ein Posting von Peter Glaser aufmerksam. Der Titel: “Quants. The Alchemists of Wall Street“. Das Thema: Was war die Rolle von Mathematikern mit ihren Rechen-Modellen bei der Finanzkrise? Sind Nerds und nicht Banker die wahren Schuldigen?

Wenn die auf der Webseite des Senders gelisteten Dokus die Qualität der Doku hier entsprechen, hab ich eine Goldgrube für mich aufgetan. Spannend klingen:

“Vielen Dank, aber nein. Wir sind nicht die Richtigen für Sie.”

11.08.2010 Kommentare: 0

Wie schön es sein könnte. Es bedarf nicht vieler Worte, die könnten dann aber umso ehrlicher und aufrichtiger sein.

“Vielen Dank für Ihr Interesse, aber nein. Wir sind nicht interessiert. Und wenn Sie ehrlich zu sich sind, sehen Sie, dass wir nicht die Richtigen für Sie sind. Derzeit haben wir unsere Neugeschäftsaktivitäten anderweitig fokussiert.”

Worum es mir geht? Um den sich wiederholenden Prozess des Neugeschäfts in der Agenturlandschaft, gerade mit Blick auf die Social Media-Sphäre. Der Anfang ist meist gleich: Ein Etat wird aufgrund neuer Produkte/Kampagnen ausgeschrieben oder man ist mit der derzeitigen Agentur nicht mehr zufrieden. Äußerst legitim. Es sichert Umsatz und auch meine Anstellung.

Nur beginnt hier ein Problem. Die nächsten Schritte sind häufig eingefahren: Es bleiben ca. zwei Wochen bis zur Abgabe des Konzepts. Welches idealerweise die neuen Medienlandschaften in Betracht ziehen sollte und Zielgruppen entsprechend einbindet. Dialoge initiiert, authentisch kommuniziert, etc. Jede Agentur dürfte hier eigene Wege gefunden haben, ein Konzept zu erarbeiten. Was sie eint sind die grundlegenden Recherchen, in der analogen und digitalen Medienlandschaft.

Und wo genau ist da jetzt das Problem? In der Herausforderung, innerhalb kürzester Zeit fundierte Aussagen über den digitalen Raum, dessen Einstellungen zur Marke, mögliche kulturelle Eigenschaften und Insights für die eigene Kampagne herauszufinden. Also gilt es, möglichst viele Daten zu Insights zu verdichten. Der digitale Raum mag sich zwar schnell bewegen, aber seien wir ehrlich: Hätten wir nicht ein besseres Gefühl, genau diese Materie schon über mehrere Monate verfolgt zu haben? Und wäre für mich als Unternehmen eine Agentur nicht viel interessanter, die an mich herantritt und sagt:

“Guten Tag. Wir beobachten seit geraumer Zeit Ihr Unternehmen mit großem Interesse. Unser  Monitoring, Analyse und Begeisterung für das Thema haben uns gezeigt, dass Sie in Ihrer digitalen Kommunikation in den Bereichen XY und YZ noch großes Potential haben. Gleichzeitig sind wir uns sicher,  Sie in Ihrem Bestreben, über klassische Medien Ihre Zielgruppen zu erreichen, ebenso helfen zu können. Wir haben da ein paar Ideen vorbereitet…”

Verlange ich da zu viel und könnten Agenturen mit so einer Denke gleich zumachen?

Ein Beispiel für Storytelling

07.08.2010 Kommentare: 0

Eine Geschichte erzählen. Simpel, clever, mitreißend. Das leistet hier für Johnnie Walker der schottische Schauspieler John Carlisle, die Idee stammt von BBH London. 6:27 Minuten in einem Take aus dem Jahr 2009.